Doppelrot trifft Dunkel
Frankfurt/Main [ENA] Bereits seit 2005 hat das Straßenverkehrsamt an allen modernisierten Gleisquerungen über U-Bahn- und Straßenbahngleise die Fußgängerampeln mit einer neuen Ampelschaltung, der so genannten Doppelrot-Dunkel-Schaltung, versehen. Die neuen Ampeln entsprechen nicht nur den aktuellen technischen Regelwerken zur Ampeltechnik, sondern sind vor allem ein wichtiger Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit.
Um die Umgewöhnung zu erleichtern, erhalten nun alle Frankfurter Schüler vom Straßenverkehrsamt einen Info-Flyer, der das Prinzip der neuen Ampel erklärt. Die neuen Fußgängerampeln schalten nicht mehr von Rot auf Grün, sondern wechseln von Doppelrot auf Dunkel. Das bedeutet konkret: Wenn eine U- oder Straßenbahn fährt, zeigt die Ampel zwei doppelte rote Fußgängersignale. Bleibt die Ampel dunkel, können die Gleise nach kurzem Blick nach links, rechts und noch einmal links (wie auch bei Zebrastreifen und anderen Fußgängerampeln), überquert werden. An den Fußgängerampeln über die Fahrbahn bleibt allerdings die gewohnte Folge Rot-Grün für die Fußgänger erhalten.
Fahrgäste begegnen der neuen Ampelschaltung bereits an einigen Stationen im Stadtgebiet, zum Beispiel auf der Eschersheimer Landstraße, entlang der neuen Straßenbahnlinie 18 zum Frankfurter Bogen oder auf dem Riedberg. Das Verkehrsdezernat sieht die neuen Ampeln vor allem als wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Die Erfahrungen, die zum Beispiel an der umgebauten U-Bahn-Haltestelle „Lindenbaum“ auf der Eschersheimer Landstraße gemacht wurden, belegen, dass sich der Anteil der Rotläufer unter anderem auch durch den Einsatz einer Doppelrot-Dunkel-Schaltung deutlich verringert.
Auf Grund der erhöhten Aufmerksamkeit, die diese Art der Schaltung bewirkt, kam es hier auch zu weniger kritischen Situationen zwischen U-Bahn und Fußgängern. Ebenso empfehlen die Richtlinien für Lichtsignalanlagen (RiLSA) diese Schaltung über Gleisanlagen, denn: Bei einer Ampel über die Gleise leuchtet das grüne Licht zum Teil deutlich länger als bei "normalen" Fußgängerampeln über die Fahrbahn auf, weil die Bahnen nicht so oft wie Autos auf der Straße fahren. Dies kann bei Fußgängern dazu führen, dass sie gar nicht mehr auf die Ampeln achten, weil sie davon ausgehen, dass diese sowieso Grün zeigt. Und das kann, wenn die Ampel doch Rot zeigt, sehr gefährlich werden.
Außerdem wird eine grüne Ampel über die Gleise von Fußgängern mitunter mit einer grünen Ampel über die Fahrbahnüberwege verwechselt, da die Überwege hintereinander angeordnet sind, aber nicht immer durchgängig Grün zeigen. Auch hier kann es durch eine Verwechslung zu schweren Unfällen kommen. Eine dunkle Ampel bringen die meisten Menschen mit einem Defekt in Verbindung, doch wie merkt man bei der neuen Doppelrot-Dunkel-Ampel, dass sie nicht richtig funktioniert? Auch die Doppelrot-Dunkel-Ampel bleibt bei einem Ausfall dauerhaft dunkel.
Da die Ampeln über die Gleise allerdings mit den Ampeln für die Bahnen und für die Fahrzeuge gekoppelt sind, fallen automatisch alle Ampeln rund um den Überweg und somit auch die Signale für die Bahnen aus. Die Fahrer der Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main bemerken daher sofort einen Ausfall und sind durch eine Dienstanweisung verpflichtet, in solchen Fällen ganz besonders vorsichtig zu fahren. Das Straßenverkehrsamt wird in den kommenden Monaten alle Lichtsignalanlagen über die oberirdische U-Bahn-Trasse entlang der Eschersheimer Landstraße mit der neuen Schaltung versehen.




















































